Stadt in der sozialen Balance

Gesundheit für Alle!

»Gesundheit in der nachhaltigen Stadt« lautet der Titel eines von der Techniker Krankenkasse (TK) geförderten gemeinsamen Projektes von Stadt und Universität, welches jetzt an den Start ging.

Anliegen des auf fünf Jahre angelegten Vorhabens: Gesundheitliche Chancen­gleichheit zu fördern und als ein wichtiges Ziel stärker in der Stadt­entwicklung zu verankern.

»Gerade auch die Corona-Pandemie führt uns sehr deutlich vor Augen, wie wichtig Gesundheit als städtisches Handlungsfeld ist«, so Ober­bürgermeister Markus Lewe anlässlich des offiziellen Starts des Programms »Gesundheit in der nachhaltigen Stadt«. Es handelt sich dabei um eine Kooperation von Universität und Stadt unter dem Dach von Münsters Allianz für Wissen­schaft, welche durch die TK unterstützt wird. Dazu Lewe: »Ich bin sehr froh darüber, dass Wissen­schaft und Stadt auch bei dem wichtigen Thema Gesundheit Hand in Hand arbeiten und wir mit der Techniker einen Förderer und Unter­stützer gewinnen konnten.«

Foto: Ralf Emmerich

Foto: Ralf Emmerich

Stadträtin Cornelia Wilkens, Gesundheits- und Sozial­dezernentin, stellte heraus, dass strukturelle Prävention wichtiger denn je sei: »Lock­down und physische Distanz fördern leider Bewegungs­mangel und schlechte physische wie psychische Gesundheit.« Nicht nur eine gute Gesundheits­versorgung sondern zum Beispiel auch öffentliches Grün, gute und sichere Wohn- und Arbeits­verhältnisse, ein Leben ohne Diskriminierung, die Aufrecht­erhaltung von Sozial­kontakten und der Zugang zu Angeboten der Gesundheits­förderung seien wichtige Anforderungen an eine gesunde und resiliente Stadt. Frank Puhe von der TK in Münster: »Das war auch unsere Motivation, warum wir uns 2016 entschieden haben, das vom Gesunde-Städte-Netzwerk entwickelte Programm für Mitglieds­kommunen zu fördern. Insbesondere weil es darauf abzielt, entsprechende Handlungs­programme zu erarbeiten und auch umzusetzen.« Dabei sei es wichtig, dass diese direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Stadtbaurat Robin Denstorff griff das auf: »Dafür sind die Voraus­setzungen ideal: Gerade erarbeiten wir für unsere Stadt mit den MünsterZukünften eine Zukunfts­strategie, in der wir Gesundheit und Stadt­entwicklung eng miteinander verzahnen können.« Das könne eine Umsetzung der Projekt­ergebnisse in kommunales Handeln sehr beschleunigen.

Junior­professorin Iris Dzudzek vom Institut für Geographie der Universität Münster und Dr. Claus Weth, ehemaliger Bundes­geschäftsführer des Gesunde Städte-Netzwerkes und Initiator des Projektes, haben gemeinsam mit dem Gesundheits- und Veterinäramt der Stadt Münster und dem Wissenschafts­büro bei Münster Marketing einen detaillierten Fahrplan für das Vorhaben ausgearbeitet. »Ergebnis soll eine städtische Strategie zur gesunden Stadt­planung und –entwicklung sein. Die gesundheits­fördernden Strukturen sollen‚ von unten‘ stadtteilbezogen unter Einbindung von Akteuren der Gesundheits­prävention und zivilgesellschaftlicher Gruppen partizipativ geschaffen werden«, so Dr. Matthias Schmidt vom städtischen Wissenschafts­büro und Merle Heitkötter vom Gesundheits- und Veterinäramt, die bei dem Vorhaben die Vernetzung von Gesundheits­planung und Stadt­entwicklung im Fokus haben werden. Prävention und Gesundheits­förderung sollen zielgenauer ausgerichtet und angeboten werden wovon direkt alle Bürgerinnen und Bürger Münsters profitieren. Wichtiger Erfolgs­faktor des Projektes ist die enge Zusammen­arbeit mit der Universität. »Es wird einen intensiven Aus­tausch zwischen Wissenschaft und Praxis gehen,« so Junior­professorin Iris Dzudzek, die das Projekt wissenschaftlich begleiten wird.