Vielfalt der Stadtteile

Wolbeck im Südosten

22.06.2026 - Im Südosten Münsters befindet sich der historische Stadtteil Wolbeck. Zwischen Werse und Angel gelegen, stellt er heute die Heimat und Wahlheimat für knapp 11.000 Einwohnerinnen und Einwohner dar. 

Im Zentrum markieren der bekannte Burgmannshof „Drostenhof“ und die vielen historischen Fachwerkgebäude den geschichtsträchtigen Wigbold – eine Siedlungsstruktur, die über das sogenannte „Wigboldrecht“ eine frühe Form von Selbstverwaltung mit einer Art Stadtrecht besaß.

Lisa Klasberg
Stadtplanungs­amt
0251 492-6182

St. Nikolaus Wolbeck. Foto: Münster Marketing/Thomas Branse

Städtebaulich gliedert sich Wolbeck - klassisch für einen gewachsenen Außenstadtteil Münsters - in Einfamilienhausstrukturen ergänzt durch kleinmaßstäbigen Geschosswohnungsbau. Wolbecks Wohnsiedlungen sind von großräumigen Grünflächen umgeben. Mit dem Wolbecker Tiergarten können sich die Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner - aber auch alle anderen Naturfreunde in Münster und Umgebung - über einen rund 350 Hektar großen Staatsforst nur 10 Kilometer entfernt von der Innenstadt freuen. In seiner Siedlungsstruktur gleicht Wolbeck noch heute einer eigenständigen Gemeinde – obgleich es im Zuge der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1975 eingemeindet und dadurch ein Teil von Münster wurde. So steht auch ein historischer Außenstadtteil wie Wolbeck vor erheblichen Herausforderungen: ein signifikantes Problem stellt dabei die Zunahme des Kfz-Verkehrs auch innerhalb der historischen Straßenprofile dar. Um dem daraus resultierendem erhöhten Verkehrsaufkommen entgegenzuwirken und die Ortsmitte von Wolbeck zu stärken, beauftragte der Rat der Stadt Münster im Jahr 2009 die Verwaltung, ein Entwicklungskonzept für Wolbeck-Zentrum zu erarbeiten.

Drostenhof Wolbeck. Foto: Münster Marketing/Thomas Branse

Entwicklungskonzept Wolbeck-Zentrum 

Bedeutsam für Wolbeck ist das hohe bürgerschaftliche Engagement für den eigenen Stadtteil. 

Dies zeigte sich schon an der maßgeblichen Mitwirkung an partizipativen Prozessen im Rahmen der Erstellung des Stadtteilentwicklungskonzepts. So konnte durch interfraktionelle Arbeitskreise, gut besuchte Bürgerbeteiligungen und eine Entwurfswerkstatt im Jahr 2014 ein breit getragenes Entwicklungskonzept Wolbeck-Zentrum der Politik zum Beschluss vorgestellt und schließlich veröffentlicht werden. Finanziell unterstützt durch das Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ wurde in den vergangenen Jahren eine Vielzahl der dort aufgeführten 33 Maßnahmen umgesetzt. 

Auch heute spielt das Entwicklungskonzept noch eine große Rolle in der Gestaltung des Stadtteils: insbesondere die Umgestaltung des Wolbecker Ortskerns, der bis heute maßgeblich geprägt ist durch das überdurchschnittlich hohe Aufkommen von PKW-Durchgangsverkehr auf der Straße Am Steintor/Münsterstraße, ist ein wichtiges Thema, welches Politik, Bürgerinnen und Bürger und die Verwaltung weiter beschäftigt. Eine wichtige Rolle vor Ort nimmt inzwischen der bürgerschaftliche Gestaltungsbeirat Ortsmitte Wolbeck ein, der sich alle zwei bis drei Monate trifft.