Klimastadt

Neues aus der Klimastadt

26.05.2026 - 130 Beitragende zum Klimastadt-Vertrag, Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft, kommunaler Wärmeplan beschlossen und Agri-PV-Anlage eingeweiht.

Auf dem gemeinsamen Weg zur Klimastadt Münster gibt an verschiedenen Stellen Neuigkeiten und Fortschritte. Ein kurzer Überblick.

Team Klimastadt
Stabsstelle Klima &
Münster Marketing 

Klimastadt-Vertrag wächst auf 130 Beiträge

Insgesamt umfasst der Klimastadt-Vertrag nun rund 130 Beiträge aus der Stadtgesellschaft. Hinzu kommen 60 Beiträge aus dem Stadtkonzern. Oberbürgermeister Tilman Fuchs würdigte das Engagement aller Beteiligten für das Ziel der Klimastadt Münster: „Der Weg zur Klimaneutralität entscheidet sich in der Umsetzung. Die Beiträge zeigen, dass in Münster konkret gehandelt und Verantwortung übernommen wird.“

Bei der symbolischen Unterzeichnung im Stadthaus 1 am 11. Mai stellten die Beteiligten ihre neuen Beiträge vor. So kommen etwa solarbetriebene Fütterungsautomaten in der Pferdehaltung zum Einsatz. Eine mobile Kochstation auf einem Lastenrad macht Catering flexibler. Zudem setzen erste Speditionen in Münster auf Elektro-Lkw.

24 Unternehmen, Vereine, Initiativen, Bildungseinrichtungen oder Privatpersonen aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft, soziale Infrastruktur sowie Kultur und Sport haben Beiträge im Klimastadt-Vertrag unterzeichnet. 

Egal ob von Privatpersonen, Unternehmen, Vereinen, Initiativen oder der Wissenschaft – jede Plakette steht für einen unterzeichneten Beitrag zur Klimastadt. Diese haben einen festen Platz im Stadthaus 1. Foto: Stadt Münster/Michael Lyra.

Die Beiträge sollen weitere Akteurinnen und Akteure dazu anregen, eigene Möglichkeiten für mehr Klimaschutz zu nutzen. Ziel ist es, Maßnahmen aus der Stadtgesellschaft zu bündeln, die Münster auf dem Weg zur klimaneutralen und klimaangepassten Stadt unterstützen.

Die EU-Kommission hat Münsters Weg zur Klimaneutralität 2024 mit dem EU-Mission-Label ausgezeichnet. Der Klimastadt-Vertrag ist als fortlaufender Prozess angelegt. Weitere Beiträge können jederzeit online eingereicht werden und auch der aktuelle Stand des Klimastadt-Vertrags ist auf der Website einsehbar:

Klimastadt.ms

Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft

Oberbürgermeister Tilman Fuchs (vorne 4.v.l.) tauschte sich am Montag, 2. März, mit Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft in Münster aus. Foto: Stadt Münster / Meike Reiners.

Im Klimastadt-Prozess setzen die Stadt Münster und Vertreterinnen und Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft auf einen engen Schulterschluss. Oberbürgermeister Tilman Fuchs tauschte sich am Montag, 2. März, mit Vertreterinnen und Vertretern münsterscher Unternehmen und Hochschulen in der IHK Nord Westfalen über die kommunale Wärmeplanung und die Klimaarbeit im Stadtkonzern aus.

„Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung sind kein Widerspruch. Nur gemeinsam können wir die Wärmewende erfolgreich gestalten und Münster als lebenswerte und wirtschaftsstarke Stadt zukunftsfest aufstellen“, betonte Fuchs. Um Münster langfristig als attraktiven Standort für Bürgerinnen, Bürger, Unternehmen und Institutionen zu sichern, „müssen wir den Schulterschluss suchen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.“ 

Der kommunale Klimastadt-Prozess in Münster stützt sich auf zwei Säulen: Verwaltung und städtische Tochtergesellschaften setzen strategische und konkrete Maßnahmen um, um sinnvolle Weichen für die Wärmewende zu stellen, und um ihren eigenen Handlungsspielraum zur Einsparung von Treibhausgasen voll auszuschöpfen. Gleichzeitig bringen sich Unternehmen, Hochschulen, Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürger aktiv ein, um die Wärmewende in ihren eigenen Gebäuden umzusetzen und Klimaschutzmaßnahmen voranzubringen. 

Klimastadt-Vertrag als Fundament

„Der Klimastadt-Vertrag bildet unser gemeinsames Fundament für ambitionierte und transparente Klimaarbeit auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt“, sagte Fuchs. Er bündelt die Beiträge von Verwaltung, Stadtkonzern, Unternehmen, Hochschulen und der gesamten Stadtgesellschaft, sodass alle Akteure an der Transformation zur klimaneutralen Stadt mitwirken. Seit dem Start haben sich 116 Unternehmen, Einrichtungen, Vereine und Bürgerinnen und Bürger am Klimastadt-Vertrag beteiligt. Der Stadtkonzern ist mit 60 Maßnahmen vertreten. Alle Beiträge sind online unter www.klimastadt.ms einsehbar; hier können weiterhin neue Maßnahmen – ob klein oder groß – eingereicht werden. 

Aktuell arbeitet Münster zudem an der finalen kommunalen Wärmeplanung. Bis 2045 sollen Erdgas- und Ölheizungen schrittweise durch Fernwärme, Wärmepumpen und andere erneuerbare Technologien ersetzt werden. Die Planung zeigt in Abstimmung mit Stadtwerken und Stadtnetzen, wo Treibhausgase eingespart und erneuerbare Energien genutzt werden können. 

„Unternehmen und Hochschulen spielen dabei eine entscheidende Rolle, da hier besonders viel Potential zur Einsparung von Treibhausgasen liegt – ich begrüße daher das vielfältige Engagement aller Beteiligten“, sagte Fuchs.

Rat beschließt kommunalen Wärmeplan für Münster

Der kommunale Wärmeplan zeigt, wie Münster seine Wärmeversorgung klimaneutral gestalten kann – mit weniger fossilen Brennstoffen, mehr erneuerbaren Energien und gezieltem Ausbau der Wärmenetze.

Der Rat der Stadt Münster hat am 20. Mai den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Er zeigt, wie Münsters Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral werden kann und welche Schritte dafür nötig sind. Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich zu verringern, erneuerbare Energien stärker zu nutzen und Wärmenetze gezielt auszubauen. Künftig werden vor allem Wärmepumpen und Fernwärme eine wichtige Rolle spielen. Nahwärmenetze ergänzen die Versorgung dort, wo sie sinnvoll eingesetzt werden können. Damit auch Nah- und Fernwärme klimaneutral werden, müssen sie in den kommenden Jahren zunehmend aus erneuerbaren Quellen gespeist werden.

Oberbürgermeister, Stadtwerke und Fraunhofer FFB nehmen Agri-Solarpark in Betrieb

Professor Simon Lux, Oberbürgermeister Tilman Fuchs und Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk (v. l.) haben die Agri-Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die Sonnenstrom für die „FFB PreFab“ liefert, die erste Forschungsfabrik der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB.

Seit Herbst 2025 ist auf den 13,2 Hektar an der Straße Hartmannsbrook eine Agri-Photovoltaikanlage entstanden. Sie produziert jährlich rund 5,75 Gigawattstunden Sonnenstrom. Das Besondere an ihr ist, dass die Fläche um die Anlage herum weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann: Zwischen der Konstruktion wachsen künftig Pflanzen für Nahrungs- und Futtermittel. Die Öffentlichkeit konnte im März an dem Projekt teilhaben – mittels einer finanziellen Bürgerbeteiligung, die innerhalb von zwei Tagen ausverkauft war.

Per Direktleitung liefern die Stadtwerke Münster den Sonnenstrom nun an die im Hansa-Business-Park gelegene „FFB PreFab“, die erste Forschungsfabrik der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB. „Der Agri-Solarpark zeigt, dass erneuerbare Energieerzeugung und Landwirtschaft keine Gegensätze sein müssen. Hier entsteht kein Entweder-oder, sondern ein echtes Und: Die Fläche liefert Lebensmittel und Sonnenstrom zugleich“, sagt Sebastian Jurczyk, Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. „Genau solche Lösungen brauchen wir, wenn wir Versorgungssicherheit, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung gemeinsam stärken wollen.“

Es gehörte von Anfang an zur Mission der MünsterZukünfte, Zukunftsfragen niemals isoliert zu betrachten und so wurden die Leitthemen der MünsterZukünfte bereits mit den Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie erfolgreich abgeglichen. In den Ratsbeschlüssen zu den MünsterZukünften wurde darüber hinaus festgelegt:

„Der Rat beschließt, dass die Ergebnisse der MünsterZukünfte so umgesetzt werden, dass sie das Ziel der Klimaneutralität 2030 unterstützen.“ (V/0487/2021)

„Dazu werden folgende Projekte weiterverfolgt: (…)

Einbezug des Themenfeldes Klimaschutz / Klimaneutralität als Querschnittsaufgabe sowie als Leitprozess in zukünftigen Beteiligungsprojekten.“ (V/0553/2021)

Bestärkt wird diese Priorität im Ratsbeschluss zu den Zielen zur kommunalen Steuerung (V/0609/2022), welche „Klimaneutralität […] als dezernats- und ämterübergreifende Arbeitsprioritäten in einem mittelfristigen Zeitraum für die Verwaltung" definiert. Als Ergebnis daraus bilden die Teams der MünsterZukünfte und der Stabstelle Klima ein enges Projektteam und nutzen die bereits gesammelten Erkenntnissen aus den jeweiligen Zukunftsprozessen um die Klimastadt Münster zu gestalten - gemeinsam mit der Stadtgesellschaft.