Hafen

2. Hafen­ratschlag

Eine angeregte Debatte: Am 11. April 2019 kamen 80 Personen zusammen, um den im 1. Hafen­rat­schlag begon­nenen Hafen­dialog wieder auf­zu­nehmen. Unter ihnen Vertreter­innen und Vertretern der Anlieger- und Mieter­schaft, der Eigen­tümer, der Ver­waltung, der Politik und aus Interessen­verbänden. 

Sie berieten über die zu­künftige Organisation, beschrieben zu­künftige Per­spektiven und schlugen Themen für den Beginn des Hafen­dialogs vor. Im Folgen­den erhalten Sie — in Form kurzer Auszüge — einen Über­blick über der Dis­kussion und Ergeb­nisse. Die aus­führliche Dokumen­tation (erstellt durch das begleitende Planungsbüro BurgdorffStadt) können Sie hier down­loaden:

Dokumentation des 2. Hafenratschlags >>

1. Hafenratschlag

Wo stehen wir?

Die Planungen im Hafen

Über­geordnete Planun­gen
Im Hafen treffen viele Planungs­fragen und unterschiedliche Ausgangs­lagen aufeinander. Wie komplex die Ent­wick­lungen im Hafen sind, erklärte Chris­topher Fester­sen, Amts­leiter des Stadt­planung­samtes in Münster. Es gibt über­geordnete Pla­nungen, die auch das Hafen­areal betreffen.

Zum Beispiel die Reakti­vierung der WLE-Strecke (Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH), die in Zukunft Senden­horst und Münster direkt verbinden wird. Der neue Halte­punkt für den Hafen im Bereich der „Lipp­städter Straße“ wird Wirkung auf das Mobilitäts­angebot im gesamten Hafen­areal haben und einen wichtigen Beitrag zu einem guten öffent­lichen Mobilitäts­angebot in Münster leisten. Sowohl der Bau als auch der Betrieb der Bahn­linie werden natürlich Lärm­emissionen zur Folge haben, die auf die an­grenzenden Flächen wirken. Der Dort­mund-Ems-Kanal (DEK) wird auf Stadt­strecke um 6 m verbreitert. Im Bereich des jetzigen Parallel­hafens wird die Spund­wand um 9 m nach Westen versetzt. Der auf­geweitete Bereich „Parallel­hafen“ soll zukünftig als Liege­fläche für dienen. Auch hier bedeutet das Verän­derungen für die an­grenzen­de Fläche.

© Grafik Burgdorff Stadt

Emissionen Verkehr
Die Lärm­emissionen, die durch den Verkehr und durch andere Nutzun­gen ver­ursacht werden, be­schränken die Zu­lässigkeit von Nutzun­gen (ins­besondere Wohnen) ganz ent­scheidend. Es wird im Detail zu ent­scheiden und zu planen sein, wie an einzelnen Stand­orten eventuell doch ein Wohnungs­angebot ge­schaffen werden kann.

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Emissionen Gewerbe
Große Teile des Hafens sind, anders als in vielen anderen Städten, noch von Gewerbe- und Indus­trie geprägt. Wenn der Hafen sich lang­fristig weiter­entwickeln soll und hierbei gewerb­liche Nut­zungen im Zentrum stehen, würde das das Potenzial, im Umfeld Wohnen anzu­bieten, ein­schränken. Eine mögliche Um­struktu­rierung des Gewerbes, könnte die Chance eröffnen, neue Räume für imissions­sensible Nutzungen zu er­öffnen.

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Emissionen Veranstal­tungen
Das Messe und Congress Centrum Halle Münster­land ist lokal, aber auch über­regional wichtig für die gesamte Stadt Münster.

Mit den angrenzen­den Flächen des Hawer­kamps, als wichtigen Kultur und Veranstaltung­sort sowie der großen Veranstaltungs­fläche südlich des Albers­loher­wegs, bildet das Areal einen bedeuten­den Veranstaltungs­cluster, der ebenfalls durch Lärm­emission zur Kom­plexität der zukünftigen Planun­gen im Hafen­areal beiträgt.

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Komplexität der Planungen
Die zukünftigen Planungen für den Hafen müssen sich dieser beschriebenen Komplexität stellen.

Es gilt die Chancen, die sich durch die über­geordneten Planungen ergeben, zu nutzen und die Nutzungs­beschränkungen, die insbesondere durch die Lärm­emissionen verursacht werden, über die konkreten Planungen so weit wie möglich zu reduzieren.

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Was brauchen wir?

Die Organisation

Bürger­beteiligungs-Projekte
Die Idee ist, dass die zukünftige „Hafen­meisterei“, als Dreh- und Angel­punkt des Dialogs, mit dem Hafen­ratschlag einen Resonanz­raum bekommt, um den Prozess zu ver­bessern, immer wieder anzu­passen und zu ver­stetigen. Das Hafen­team unter­stützt die Hafen­meisterei von städtischer Seite.

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Hafenmeisterei
Sie ist der Motor und Dialog­gestalter des Hafen­dialogs. Sie hat die Aufgabe, die all­tägliche Kommunika­tion und Informa­tion zu verbessern, die Fort­schreibung des Master­plans zur Diskussion zu stellen und ist erster Ansprech­partner – durchaus im Sinne einer Empfangs­funktion – für alle Fragen, die die Hafen­entwicklung betreff en. Zu den konkreten Aufgaben zählen z.B. Hafen­ratschlag organisieren, Work­shops vorbereiten, Bau­stellen­management, Ansprech­partner.

Hafenteam
Das Hafenteam ist der Ermöglicher der Hafen­entwicklung und begleitet den Hafen­dialog als Fach­planer und Schnitt­stelle zur Stadt­verwaltung. Zu den Aufgaben zählen z. B. Planungs­fragen voran bringen, und Möglich­keiten aufzeigen. Es besteht aus einem festen Team (Stadt­planung, Stadt­marketing,…), kann und soll temporär thematisch ergänzt werden.

Hafenratschlag
Er ist der Berater und der Resonanz­raum des Hafen­dialogs. Er triff t sich mindestens zwei Mal im Jahr. Im Hafenrat­schlag kommen bis zu 100 Personen zusammen, die alle 2 Jahre zu ungefähr 1/3 neu besetzt werden sollten. Die Mitglieder des Hafenrat­schlags sind die Hafen­experten. Zu den Aufgaben zählen z. B. Skizzen des Master­plans beraten, Alltags­themen des Hafens beraten, neue Themen platzieren.

Arbeitsgruppen
Die Arbeits­gruppen können themen­spezifisch vom Hafen­ratschlag einberufen werden. Sie sind die Unter­stützer­innen des Hafen­dialogs. Aufgaben können z. B. sein, neue Mobilitäts­konzepte für den Hafen zu denken, Kommunikations­formate zu entwickeln etc.

Stadtverwaltung
Die Stadt­verwaltung arbeitet im Hinter­grund mit dem Hafen­team zu­sammen an der Realisierung von Entwicklungs­schritten im Hafen.

Hafen­anlieger & Stadt­gesellschaft
Sind alle, die im Hafen arbeiten, wohnen oder dort etwas besitzen, aber auch alle Bürger­innen und Bürger der Stadt Münster, die ein Interesse an der zu­künftigen Entwick­lung des Hafens haben. Sie können sich auf die Mitglied­schaft im Hafenrat­schlag bewerben und jederzeit an Arbeits­gruppen des Hafenrat­schlags mitwirken.

Bürger­beteiligung
Der Hafen­ratschlag ersetzt nicht die Bürger­beteiligung im Rahmen unter­schiedlicher Projekte. Die Beteiligung im Rahmen hafen­relevanter Projekte wird in Zusammen­arbeit mit der Hafen­meisterei geplant und durchgeführt.

Was kann Hafen zukünftig sein?

Die Perspektiven

Zusammen­fassend lässt sich sagen, dass die Hafen­meisterei im Herbst 2019 besetzt sein soll, das stadt­interne Hafen­team wird ebenfalls kurz nach der Sommer­pause gegründet sein, der Hafen­dialog soll zusammen­kommen, sobald sich abzeichnet, dass die Besetzung der Hafen­meisterei geklärt ist. Dann wird es konkret werden und wir werden gemeinsam beginnen, die Ent­wicklung des Master­plans, die Entwicklungs­potenziale einzelner Flächen, das zukünftige Mobilitäts­konzept und die Qualität der öffent­lichen Räume zu beraten und zu begleiten.

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Charakter des Hafens
Der Hafen soll wider­sprüchlich bleiben. Die Kontraste, die Tag- und Nacht­nutzung, die günstigen und teuren Angebote machen zusammen das Besondere aus.

Wohnen
Einerseits ist der Wunsch nach Wohnungen in Münster und auch in der weiteren Hafen­entwicklung groß. Andererseits wird gesehen, dass die aktuelle Lärm­belastung durch Verkehr, Gewerbe und Kultur­nutzungen groß ist. Es sollte nicht darauf hinaus laufen, dass das Wohnen die nächtliche Nutzung wesentlich einschränkt. Wahrscheinlich läuft es darauf hinaus, dass Wohnungen nur in Einzel­fällen und mit einer „Lärmschutz­bebauung“ aus Gewerbe und ähnlichen Nutzungen vorgesehen werden kann.

Identität/Erinnerung
Es sollte darauf geachtet werden, dass die wenigen historischen Relikte, die noch im Hafen vorhanden sind, in der weiteren Entwicklung Raum finden.

Kultur & Gastronomie
Der Stad­thafen 2 hat bereits einen Schwer­punkt im Bereich der Kultur­nutzung. Dieser könnte weiter ausgebaut werden. Wenn es sich hierbei aber vor allem um laute Nacht­nutzungen handelt geht das auf die Kosten des Wohnens – auch östlich des Kanals.

Gewerbe
Münster braucht auch weiterhin Flächen für gewerbliche Nut­zungen. Diese sollten auf keinen Fall weiter reduziert – eher aus­geweitet werden.

Mobilität
Hafen 1 und 2 sollten zu Vor­bildern zeit­gemäßer und umwelt­freundlicher Mobilität werden. Dazu gehört auch, dass möglichst kurze Wege in und zwischen den Quar­tieren möglich sind. Der Wunsch nach einer Querung des Hafen­beckens 01 wurde mehrfach geäußert.

Technologie
Der Hafen sollte mit der besten digitalen Infra­struktur ausgestattet sein, um so auch zum Experimentier­feld für neue Techno­logien werden können.

Freizeit & Sport
Die freien Flächen bieten viele Gelegen­heiten Sport­angebote aller Art zu schaffen. Dazu könnte auch eine Skate­board­analage gehören. Und natürlich sollte das Wasser intensiver und vor allem legal genutzt werden können.

Grün- & Naturräume
Dort, wo es möglich ist, sollten grüne Inseln und Ver­bindungen geschaffen werden.

Umgang mit Grund­stücken
Die Grund­stücke, die der Stadt oder der öffentlichen Hand gehören, sollten im Eigentum der öffentlich Hand bleiben. Die Zukunft von Schlüssel­flächen sollte öffentlich behandelt und verhandelt werden, bevor sie vergeben werden.

© Grafik Burgdorff Stadt