28.07.2026 - Die besten Ideen sind ausgewählt: Anfang des Monats Juli gab es ein packendes Finale im Technologiehof Münster.
Die Initiative Open Innovation Münster (OIM) ist um viele Zukunftsideen reicher: Im Finale des "Call for Ideas" haben neun erfolgreiche Teams ihre Vorschläge einer Jury präsentiert und unter den Gewinnerinnen und Gewinnern den Sieger ermittelt. Auf dem ersten Platz landete "1buddy" mit der Entwicklung einer KI-gestützten Plattform, die systematische Anleitungen für den Umzugs- und Integrationsprozess internationaler Studierender bietet.
Die "Call-for-Ideas"-Gewinnerinnen und -Gewinner im Überblick:
Platz 1: 1buddy – Münsters digitales Onboarding-System für Internationales Talent
Die Mitgründer Sharik Ahamed (CEO) und Parichay Kumar Mandal (CTO) sind internationale Studierende, die selbst die enormen Herausforderungen am eigenen Leib erfahren haben, die ein Umzug nach Deutschland mit sich bringt. Beide verbrachten über 100 Stunden damit, Programme zu recherchieren und sich durch die deutsche Bürokratie zu kämpfen. Dabei wurde ihnen klar: Wichtige Prozesse sollten nicht so stressig, isolierend oder verwirrend sein. Aus dieser Erkenntnis entstand die Idee zu 1buddy – einer einzigen, KI-gestützten Plattform, die systematische, schrittweise Anleitungen für den gesamten Umzugs- und Integrationsprozess bietet, noch bevor Neuankömmlinge überhaupt anreisen.
Platz 2: StadtTeilen Bühne, Marion Krobb
StadtTeilen Bühne baut auf der bestehenden Initiative Herzenblick auf, die es sich zum Ziel gemacht hat, das Füreinander und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. StadtTeilen Bühne möchte dazu beitragen, indem es eine offene Bühne als Plattform schafft, die Menschen zusammenbringt und den Austausch fördert. Diese Bühne soll ein belebendes Element für den bisher kaum genutzten Servatiiplatz in Münster werden – einen zentralen Ort, der bisher selten zum Zusammenkommen und Verweilen einlädt.
Platz 3: Freizeitangebot „Schöne Orte“ Münster, Celina Hollmann und Sophia Bhatti
Die Idee für „Schöne Orte" entstand bereits 2020 aus einem therapeutischen Gruppenangebot bei Refugio für geflüchtete Frauen. Während der Corona-Pandemie entschied sich das Team von Refugio für ein weiteres Treffen unter freiem Himmel und wählte den Botanischen Garten als Treffpunkt aus. Die Frauen waren begeistert vom Botanischen Garten, und es stellte sich heraus, dass keine der Teilnehmerinnen diesen Ort zuvor besucht hatte. Das Team erkannte daher den Handlungsbedarf: Geflüchtete Klient:innen müssen zunächst erfahren, welche schönen (und kostenfreien) Orte in Münster besucht werden können – und so wurde die Idee für „Schöne Orte“ geboren.
Publikumspreis: Pinte Craftbeer – Flüssig Brot, Felizia Back
Pinte Craftbeer braut sein Bier aus überschüssigem Brot der Krimphove Bäckerei und spendet für jede verkaufte Flasche 10 Cent an die Münsteraner Tafel. Auf diese Weise trägt das Unternehmen einerseits dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, und ermöglicht andererseits bedürftigen Menschen den Zugang zu einer Mahlzeit.
Ebenfalls im Finale standen die Projekte
Die Jury bildeten Jutta Höper, Prof. Dr. Thomas Hauff, Thomas Möller und Ximena Meza-Correa Flock (alle Stadt Münster) sowie Dr. Marco Trienes (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Münster GmbH / Technologieförderung Münster GmbH TFM).
"Wir suchen keine Beschwerden - sondern kluge, kreative und umsetzbare Ideen, die Münster voranbringen." So lautete der Aufruf der Open Innovation City im Frühjahr. Den Rahmen bildeten die drei zentralen Handlungsfelder der OIM:
Dabei waren die Fragestellungen:
Eindrucksvolle 104 Ideen wurden online eingereicht. Sie wurden gesichtet, ausgewertet und auf Relevanz und Umsetzbarkeit überprüft. Die Auswahl wurde online zur Abstimmung gestellt: Die 9 Ideen, die zum Schluss die meisten Stimmen hatten, wurden zum großen Pitch-Event am 01. Juli 2026 eingeladen. Dort beurteilten eine qualifizierte Jury, aber auch das Publikum dann Ideen und Performance der Projekte.
In diesem Jahr laufen projektbegleitend noch verschiedene OIM Programme:
Nach einem Innovationsworkshop mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) / Handwerk im Sommer, ist im Herbst das "Impact Ideation Lab" vorgesehen, bei dem in einem sechswöchigen Programm konkrete städtische Herausforderungen identifiziert und in interdisziplinären Teams erste Lösungsideen entwickelt werden.
Parallel findet im Rahmen der OIM und Münsters Weg zur Klimastadt das Finale des Green Innovation Award 2026 beim NRW-Tag in Münster statt. Hier konnten sich Startups und Scaleups aus dem Münsterland bewerben, die mit ihren Lösungen einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. In jeder Kategorie pitcht jeweils ein Startup direkt gegen ein Scaleup – mit dem Ziel, Jury und Publikum gleichermaßen zu überzeugen. Diese Pitches finden öffentlich am 28. August auf der Klimastadt-Bühne im Rahmen des NRW-Tages statt.
Open Innovation City Münster ist eine Austauschplattform für Bürger*innen, Unternehmen, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Bis 2028 baut Münster mit OIM eine Plattform, die Räume, Hilfsstrukturen, Projektunterstützung und Anschubmittel bietet, um Innovationen und Engagement aus und in Münster zu ermöglichen und zu fördern. Ziel: Gemeinsam reale Herausforderungen der Stadt erkennen und mit innovativen Lösungen bearbeiten, testen und umsetzen.
Die Kategorien "Grüne Stadt", "Migrantische Potentiale" und "Soziale Innovationen" des Aufrufs greifen dabei Handlungsfelder der Standortentwicklungsstrategie 2030+ auf und tragen somit auch zur gemeinschaftlichen Umsetzung bei. OIM ist eine Initiative der Stadt Münster, umgesetzt mit der Wirtschaftsförderung Münster (WFM) und der Technologieförderung Münster (TFM).
mgk/dc mit Material von OIM und WFM / Martin Rühle

