Vielfalt der Stadtteile

Oxford-Quartier: Ideen für das Uhren­turm­gebäude

Das denk­mal­geschützte Uhren­turm­gebäude auf der ehe­maligen Oxford-Kaserne in Gieven­beck soll zukünftig als Begegnungs­haus neue Geschichte(n) schreiben. Rund 100 interessierte Bürger*innen kamen nun mit der Stadtverwaltung zusammen, um gemeinsam auszuarbeiten, welche Angebote und welche Atmosphäre das künftige Bürgerhaus bieten soll.

Im Vorfeld zu dieser Veranstaltung wurden bereits online und mit der Hilfe von Postkarten Wünsche und Ideen gesammelt, die als erste Impulsgeber und Grundlage in die Veranstaltung einflossen. 

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Oxford-Quartier
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Eigene Ideen für das Begegnungshaus

Gievenbeck wächst! Im Oxford-Quartier werden in den nächsten Jahren bis zu 4.000 Neu­bürger*innen erwartet. Das Uhren­turm­gebäude, das früher als Unter­offiziers­heim genutzt wurde, soll im neuen Quartier als Begegnungs­haus eine besondere Rolle ein­nehmen. Welche Angebote, Kurse und Ver­anstaltungen in Zukunft dort statt­finden werden, ist eine Frage, die ins­besondere abhängig von den Wünschen und Bedarfen im Stadtteil ist.

Aus diesem Grund lud Ober­bürger­meister Markus Lewe zusammen mit Bezirksbürger­meister Jörg Nathaus, Kultur- und Sozial­dezernentin Cornelia Wilkens und Konversions­manager Stephan Aumann am 7. Juni alle Interessierten ein, sich mit eigenen Ideen an der Planung des zukünftigen Begegnungs­hauses zu beteiligen. Diese Chance nahmen rund 100 Gieven­becker*innen wahr, die sich zu Beginn der Ver­anstaltung über eine musikalische Be­grüßung von Schüler*innen der West­fälischen Schule für Musik freuen konnten. 

Das Ganze fand in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums statt. Warum dort und nicht im Uhrenturm­gebäude selber? Das ehe­malige Unteroffiziers­heim ist aktuell nicht begehbar. Doch ein filmischer Rund­gang durch das Uhrenturm­gebäude von Ball­moos Production, der an diesem Abend auf einer großen Lein­wand mehr­fach abgespielt wurde, bot einen digitalen Einblick in die ver­schiedenen Räume des denkmal­geschützten Hauses. 

© Münster Marketing / MünsterView

Online-Beteiligung bildete Basis

In einer lockeren Atmosphäre kamen die Teil­nehmer*innen an diesem Abend mit dem Projekt­team der Stadt­verwaltung ins Gespräch. Dabei ist der Bürger­dialog nicht der erste Schritt: Bereits 2020 fand ein Treffen mit den Vereinen Gieven­becks statt, um deren Bedarfe abzu­fragen und auf dieser Grund­lage erste Raum­konzepte zu ent­wickeln. Im Vorfeld an die aktuelle Ver­anstaltung konnten die Bürger*innen online Ideen einreichen, die die Basis für den Abend bildeten. Eva-Maria Jazdzejewski, die als Moderatorin durch die Ver­anstaltung führte, betonte an dieser Stelle, dass auch genug Flexibilität bei der Programmierung des Hauses einge­plant werden muss, damit eine Interessens­gruppe, die jetzt noch gar nicht vertreten ist, später auch noch ihre Wünsche einfließen lassen kann: die zukünftigen Bewohner*innen des Quartiers.

© Münster Marketing / MünsterView

Vielfältiger Angebotsmix gewünscht

An mehreren Stationen erfuhren die Besucher*innen alles über den bis­herigen Prozess und die weiteren Schritte. Und sie konnten die ersten Raum­konzepte, die besonderes Augen­merk auf eine multi­funktionale und flexible Nutzung legen, begut­achten und selber auf den Plänen Änderungen ein­zeichnen. Ein paar Schritte weiter bot sich die Möglich­keit, das Feed­back aus der Online-Beteiligung mit ganz eigenen Ideen zu ergänzen und diese mit dem Projekt­team der Stadt­verwaltung zu diskutieren. Dabei kam so einiges zusammen: Von Bildungs- und Beratungs­angeboten sowie Nach­barschafts- und Vereins­treffen über Probe-, Aus­stellungs- und Atelier­räumen bis hin zu Film-, Konzert- und Vortrags­abenden war alles und noch viel mehr dabei. Dafür werden Räume mit unter­schiedlichen Größen gewünscht, die diesen viel­fältigen Angebots­mix er­möglichen. Ein starkes Augen­merk wurde zudem auf das Thema Bewegung und Tanzen und speziell dafür auf den Wunsch nach einem Holz­schwing­boden gelegt. Auch Angebote der Kinder­betreuung und damit inbegriffen eine Spiele­ecke wurden ver­mehrt nach­gefragt. Den Teilnehmer*innen war es darüber hinaus wichtig, dass es neben den konkreten Sozial- und Kultur­angeboten sowie Vereins­treffen auch Räume für offene Begeg­nungen zur Ver­fügung stehen und ebenso eine An­mietung für private Feiern möglich ist. 

Für den Außen­bereich des Gebäudes kam neben Hoch­beeten fürs urbane gemein­same Gärtnern und rollstuhl­gerechten Spiel­geräten zudem die Idee auf, an der Außen­fassade des Uhrenturms eine Kletter­wand einzu­richten. Darüber hinaus gaben viele Bürger*innen der Stadt­verwaltung auch Tipps und Ideen zur Organisation des Begegnungs­hauses mit auf dem Weg, beispiels­weise die Schaffung einer Quartiers­app zur Vergabe von Räumen und den Wunsch nach langen Öffnungs­zeiten sowohl unter­halb der Woche als auch am Wochen­ende. Dabei wurde im Besonderen der Wunsch nach Möglich­keiten zur Selbst­organisation des Begegnungs­hauses durch Bürger*innen und Vereinen des Stadt­teils mehr­fach ange­sprochen. 

Insgesamt wurde deutlich, dass sich alle Generationen einen lebendigen, offenen und vielfältigen Wohlfühl­ort wünschen. 

Wie geht es weiter?

Ein wichtiger Schritt ist gemacht: Die Stimmen der Bürger*innen sind gehört worden, aber der Prozess ist noch lange nicht abge­schlossen. Das Projekt­team mit dem Amt für Immobilien­management, dem Konversions­management, dem Kultur­amt und Münster Marketing wird das gesammelte Feed­back aus der Online-Beteiligung und der Vor-Ort-Veranstaltung aus­werten. Die Erkenntnisse des gesamten Beteiligungs­prozesses fließen dann, auch unter Beachtung der zukünftig prognostizierten Bedarfe, in die Flächen- und Raumkonzepte ein, die Basis für die erforder­lichen politischen Beschlüsse und Ent­scheidungen zur Realisierung des Begegnungs­hauses sind. Dabei werden ebenso Kosten­schätzungen und architektonische Erfordernisse sowie die Vorgaben des Denkmal­schutzes zu berück­sichtigen sein. Was das genau heißt und was bereits passiert ist, wird in diesem Uhrenturm-Puzzle erklärt: