31.07.2026 - In Angelmodde haben neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Stadtteil-Akteur*innen und Stadtverwaltung in relativ kurzer Zeit ein wirklich greifbares Ergebnis erbracht.
Die Waldsiedlung Angelmodde hat seit Juni 2026 eine neue Attraktion. Hinter der Eichendorff-Schule ist eine öffentliche Sportanlage entstanden, die etwas Besonderes ist: Zum einen der Weg zur Realisierung, der primär auf der Unterstützung vieler Akteure aus dem Stadtteil beruhte (dazu unten mehr). Zum anderen, weil diese Anlage nicht nur eine spannende Mitmach-Sportart vorstellt, die Vielen noch nicht bekannt ist, sondern damit auch prädestiniert ist als Treffpunkt im Quartier, der Gesundheit und Gemeinschaft fördern kann.
Nicht alle, die gesundheitsbewusst leben und Bewegung in den Alltag integrieren möchten, können oder wollen sich ein Fitness-Studio leisten. Dass es außer dem eigenen Körper keine großen Geräte braucht, darauf setzt die Trendsportart Calisthenics, und das oft umsonst und draußen: Öffentliche Anlagen, die hohen Sicherheitsansprüchen genügen, stellen rund um die Uhr stabile Leitern, Stangen und Bänke bereit, wie sie uns allen ähnlich noch aus den Schulsporthallen bekannt sind.
Damit hat der Trend auch ein Revival des guten alten Geräteturnens eingeläutet. Anleitungen zeigen, wie sich unter Einsatz des Körpergewichts verschiedene Übungen realisieren lassen, zum Beispiel die beeindruckende „menschliche Flagge“ oder das "Planking", aber auch die Klassiker Kniebeuge und Liegestütz am Boden fehlen nicht.
Natürlich haben der sportmedizinische Fortschritt und internationale Trends über Social Media-Videos neue Übungen (und Bezeichnungen) verbreitet, die junge Generationen ansprechen. So lassen sich in jedem Alter ohne Öffnungszeiten Haltung, Kraft und Rückengesundheit unkompliziert und wohnungsnah trainieren. Auch Gruppen können sich hier zum Training treffen, um gemeinsam Geräteparcours und Partnerübungen zu machen.
Die Idee für die neue Anlage in Angelmodde-Waldsiedlung kam aus dem lokalen Sportverein TSV Angelmodde von Lothar Zimmermann, der dort den Bereich Turnen verantwortet. Sie traf schnell auf Resonanz: der Treffpunkt Waldsiedlung und das Jugendzentrum Mobile der Diakonie sowie die lokale Politik unterstützten, gemeinsam wurden reichlich Spenden für die Realisierung gesammelt. Das städtische Sportamt zeigt sich beeindruckt von der gemeinsamen Anstrengung vor Ort.
Tafeln geben Hinweise zum Gebrauch und Vorschläge für die Übungen Bilder: Stadt Münster / Anne Drößler
Denn nicht nur der Kauf und die Montage der Anlage (beides durch die Stadt Münster umgesetzt), sondern vielmehr die dauerhafte Pflege und Unterhaltung sind heute der entscheidende Faktor. Der Kosten- und Personalaufwand hierfür schickt immer häufiger – angesichts knappster Kassen – Vorhaben zumindest durch zahlreiche Änderungs- und Entscheidungsschleifen, wenn es sie nicht sogar scheitern lässt. Auch hierfür wird zurzeit noch kooperativ an einer Lösung gearbeitet, damit die Unterhaltung in Zukunft durch das ehrenamtliche Engagement der beteiligten Vereine geleistet werden kann. So kann es eine echte Koproduktion für die Zukunft werden ...
mgk / rb


