Innenstadt ist mehr …

Stadtforum 3

Die Innenstadt gilt als der Motor der Stadtentwicklung, Ort der Begegnung, Marktplatz und wichtiger Identifikationspunkt. 

Doch was sind die Funktionen für eine lebendige Innenstadt von morgen? Und müssen wir dazu die Innenstadt nicht weiter denken: Vom Hafen über die Altstadt bis zum Coesfelder Kreuz. Diese beiden Themen fokussiert das Stadtforum „Innenstadt ist mehr…“.

Innenstadt ist mehr ...

Graphic Recording

Graphic Recording Innenstadt ist mehr...

Graphic Recording von Marie Jacobi (www.visualrecording.de), erstellt während des Stadtforums  Innenstadt ist mehr...

Externe Expertinnen
Einen Blick von außen auf diese Fragen liefern die externen Experten:

  • Prof. Jörn Walter, ehemaliger Oberbaudirektor der Hansestadt Hamburg
  • Anna Bernegg, Projektleiterin offene Räume und Kreativwirtschaft bei Urban Catalyst (Berlin).

Die Leitfragen
Die externen Expertinnen und Experten werden zusammen mit Münsteraner Akteuren aus Handel, Hochschule, Kirche, Kultur, Sozialverbänden und vielen mehr Handlungsansätze für die Zukunft der Innenstadt erarbeiten. Ziel ist es, die Innenstadt im doppelten Wortsinn weiter zu denken. Das umfasst folgende Fragestellungen:

  • Wie kann die Funktionsvielfalt der Innenstadt gestärkt werden?
  • Welche Funktionen leisten einen besonderen Beitrag für die Münsteraner Innenstadt der Zukunft?
  • Wie kann die angestrebte Balance zwischen der Innenstadt als Alltagsort und den besonderen Funktionen der Innenstadt hergestellt werden?
  • Wie ist die Zukunft der Innenstadt räumlich zu denken?
  • Muss nicht zukünftig großräumiger gedacht werden, d.h. vom Hafen über die Altstadt bis zum Coesfelder Kreuz?

Zwischenergebnisse

von Prof. Selle und Prof. Wachten*

Eine vielfältige Innenstadt benötigt eine übergreifende Strategie
Dass Innenstädte funktional vielfältiger werden (müssen), um ihre Attraktivität zu erhalten, war aus allen Beiträgen und den Statements der Gruppen herauszuhören. Neben der funktionalen Anreicherung vorhandener Bereiche, können auch räumliche Ergänzungen und funktionale Differenzierungen hilfreich sein (»die Altstadt kann nicht alles leisten – und das ist auch in Ordnung«). Es ist jedoch wichtig, dass eine in diesem Sinne vielfältige Innenstadt innere Bezüge wahrt – durch Wegebeziehungen, übergeordnete Gestaltungselemente etc.). Wichtig sei zudem, auch das wurde betont, dass die Entwicklung der Innenstadt im Zusammenhang mit der Gesamtstadt – und insbesondere auch den Ortsteilzentren – gesehen werde.

Innenstadt soll Alltagsort bleiben und werden
Eine Besonderheit Münsters sei es, das wurde bereits zu Beginn der Veranstaltung festgestellt, dass sich hier in der Innenstadt noch viele Alltagsnutzungen (Schulen, Wohnungen) finden. Das wurde allseits als besondere und weiter zu entwickelnde Qualität angesehen. Dazu könne beitragen, dass Erdgeschosse auch mit anderen Nutzungen abseits des klassischen Einzelhandels besetzt werden. Als Beispiele wurden Manufakturen, produzierendes Gewerbe, Kindertagesstätten oder temporäre Nutzungen (wie z.B. Ausstellungen, Pop-Up Stores, …) genannt. »Testräume« oder »Experimentierfelder« (z.B. großzügige Parkplätze, Straßenzüge, Plätze, …) können zur frühzeitigen (temporären) Erprobung dieser neuen Entwicklungen dienen.

Innenstadtentwicklung: eine Gemeinschaftsaufgabe
Um eine vielfältige Mischung von Akteuren und Nutzungen in der Innenstadt zu erreichen, ist es den Teilnehmenden wichtig, dass auch Chancen zur Ansiedlung von kleineren inhabergeführten Läden und Start-Ups, beispielsweise durch Modelle des Mietausgleichs, geschaffen werden. Die Kooperation zwischen den Innenstadtakteuren – über die Vernetzungen der Einzelhändler hinaus – wurde als wichtig benannt, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und gemeinsame Entwicklungen (z.B. Aufwertung öffentlicher Räume) für die gesamte Stadtgesellschaft voranzubringen.

* Diese Auswertung einiger zentraler Ergebnisse des Stadtforums stammen von scheuvens + wachten plus und NetzwerkStadt, die wir hier unverändert wiedergeben.

Impressionen