Münstersche Stadtlandschaft

Stadtforum 4

Die Stadt-Landschaft ist ein echtes Münster-Thema. In keiner anderen Großstadt Deutschlands ziehen sich die Grünstrukturen soweit in die Innenstadt wie in Münster. 

Das Grün prägt Münster und ist Teil der besonderen Lebensqualität. Gleichzeitig erfordert die wachsende Stadt die Bereitstellung von Flächen für Wohnen, für Gewerbe, für Kitas/Schulen, für Sport, für Hochschulen, für Mobilität und vieles weitere mehr. Wie können Siedlungsentwicklung und Freiraumentwicklung in die Balance gebracht werden? Welche Möglichkeiten bietet die Doppelte Innenentwicklung? Welche Rolle spielt urbanes Grün für eine integrierte Stadtentwicklung?

Münstersche Stadtlandschaft

Graphic Recording

Graphic Recording Münstersche Stadt Landschaft

Graphic Recording von Marie Jacobi (www.visualrecording.de), erstellt während des Stadtforums Münstersche Stadt Landschaft.

Externe Experten
Wertvolle Impulse geben vier externe Experten:

  • Prof. Dr. Henrik Schultz | Professor für Landschaftsplanung und Regionalentwicklung an der Hochschule Osnabrück
  • Prof. Gerd Aufmkolk | Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer der WGF Beraten, Nürnberg
  • Pieter van der Kooij | Stadtplaner der Stadt Freiburg & Betreuung des Perspektivplans Freiburg 2030
  • Prof. Dr. Cord Petermann | Professor für Sozioökonomie der räumlichen Entwicklung an der Hochschule Osnabrück

Die Leitfragen
Ganz konkret sollen daher im Stadtforum Münstersche Stadtlandschaften Ideen für folgende Fragen gefunden werden:

  • Wie können Siedlungsentwicklung und Freiraumentwicklung in die Balance gebracht werden?
  • Wie kann die Bedeutung der Freiräume für eine weiterhin lebenswerte Stadt gefördert werden?
  • Welche Perspektiven hat die Landwirtschaft in einer wachsenden Stadt?

Zwischenergebnisse

von Prof. Selle und Prof. Wachten*

Siedlungs- Landschaftsentwicklung als Zusammenhang betrachten und gestalten
Die Verflechtung von Siedlungs- und Landschaftsräumen ist charakteristisch für die Stadtstruktur Münsters und – da waren sich alle einig – zu erhalten und weiterzuentwickeln. Einer möglichen »Entkopplung von Stadt und Landschaft« müsse entgegengewirkt und der Zusammenhang von offenen und bebauten Räumen auf allen Maßstabsebenen beachtet und gestärkt werden. Dabei könnten auch höhere bauliche Dichten, wo immer dies mit der Charakteristik der Ortslagen vertretbar sei, zu einer Reduktion der Flächeninanspruchnahme beitragen. Zugleich aber gelte es, auch im Innenbereich Freiräume möglichst zu erhalten. Eine in diesem Sinne behutsame Weiterentwicklung der Stadtstruktur sei auch, darauf wurde vielfach verwiesen, unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes – auf dessen besondere Bedeutung zuletzt durch das Ausrufen des Klimanotstandes für Münster hingewiesen wurde – von großer Bedeutung.

In diesem Zusammenhang wurde auch der Wunsch nach deutlichen Aussagen zur Grünordnung und der Nutzung geeigneter planerischer Werkzeuge unterstrichen.

Freiräume erhalten, zurückgewinnen, qualifizieren und vernetzen
Bezüglich der Freiräume waren die Teilnehmenden einhelliger Meinung: Es gilt möglichst zu erhalten, was vorhanden ist, den Freiraumbestand weiter zu qualifizieren und zu profilieren sowie die einzelnen Flächen untereinander zu vernetzen und zugänglicher zu gestalten. Dieser Grundsatz bezog sich dabei sowohl auf großflächige Landschaftsräume wie auf kleinteilige Grün- und Freiflächen. Darüber hinaus sollten auch im Innenbereich noch Potenzialflächen erschlossen werden – etwa durch Rückbau von bzw. Heranbauen an Verkehrsflächen. Selbst Fassaden- und Dachbegrünungen seien in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Bei alledem solle die Grünflächenentwicklung bedarfsorientiert und unter Beteiligung der lokalen Bewohnerschaft umgesetzt werden.

Der besonderen Bedeutung der Landwirtschaft gerecht werden
Landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden einen wesentlichen Bestandteil der Münsteraner Stadt-Landschaft. Sie sind nicht nur als auch als Raum der Lebensmittelproduktion von Bedeutung, sondern können auch dem Landschafts- und Klimaschutz sowie Freizeit und Erholung dienen. Deshalb solle der landwirtschaftliche Raum stärker erfahrbar gemacht, zum anderen die Landwirtschaft stärker in die Kernstadt geholt werden. Diese Kopplung könne insbesondere über die lokal hergestellten Produkte erfolgen, indem die Verflechtung von lokaler Produktion und lokalem Konsum gestärkt werde. In diesem Zusammenhang wurde eine Intensivierung naturnaher und biodiverser Landwirtschaft gefordert. Generell sollte die Bedeutung der Landwirtschaft als Partner für die Landschafts- und Stadtentwicklung beispielsweise durch konkrete Projekte, Initiativen und multilaterale Dialoge mit allen involvierten Akteuren gestärkt werden.

* Diese Auswertung einiger zentraler Ergebnisse des Stadtforums stammen von scheuvens + wachten plus und NetzwerkStadt, die wir hier unverändert wiedergeben.

Impressionen