Urbane Wissensquartiere

Ergeb­nisse der inter­natio­nalen Ideen­werk­statt

Neue Wege in Urbanen Wissens­quartieren.
Die Zukunft Münsters hängt ganz wesent­lich von der Entwicklung der Hoch­schulen und der Wissen­schaft ab. 

Aus Sicht von Studier­enden sind die ur­banen Quali­täten der Stadt ein wichtiger Faktor für die Ent­scheidung, hier zu studieren. Das hat natürlich auch einen großen Einfluss auf die Ent­wicklung aller Ein­richtungen rund um die Wissen­schaft.

 

Urbane Wissens­quartiere
21.05.2019

Warum eine inter­nationale Ideen­werkstatt?

Die West­fälische Wilhelms-Uni­versität, die FH Münster und die Stadt Münster arbeiten seit mehr als 10 Jahren in enger Koopera­tion mit der Wirt­schaft in Münster zusammen. Diese »Allianz für die Wissen­schaft« ist ein erfolg­reiches Projekt – der Wissen­schafts­bereich hat sich in Münster in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Für die nächsten 10 Jahre sind bau­liche Investitionen von 1,6 Mrd. € geplant.

Gemeinsame Ziele – Letter of Intent
Die Partner der »Allianz für die Wissen­schaft« haben gemein­sam mit dem Universitäts­klinikum Münster (UKM) , dem Bau- und Liegen­schafts­betrieb NRW/Nieder­lassung Münster und dem Studierenden­werk Münster einen Letter of Intent »Zukunft der Wissenschafts­stadt« abge­schlossen (siehe auch Ver­tiefung der Wissen­schafts­stadt).

Ziele und Aufgaben­stellung?
Auf Basis des Letter of Intent wurde die Internationale Ideen­werkstatt »Zukunft der Wissen­schafts­stadt« mit vier renom­mierten Teams gestartet (siehe auch Abschluss­­präsentation Zukunft der Wissen­schafts­stadt). Ziel war die Entwicklung von Ideen für eine strategische und räumliche Gesamt­entwicklung des Nord­west­bereichs der inneren Stadt Münsters. Dieser Bereich ist besonders geprägt von der Hoch­schul­landschaft und dem Universitäts­klinikum.

Für den Gesamt­raum sollte jedes Team ein Leit­bild mit Aussagen zu räum­lichen Verflech­tungen, gestalte­rischen Akzenten, Nutzungs­struktur und Frei­raum­vernetzung sowie zur Verkehrs­anbindung entwickeln. Zudem wurde von jedem Team jeweils ein Vertiefungs­raum bearbeitet:

Steinfurter Straße | Quartier des 21. Jahrhunderts
Schlossareal | Hittorfstraße
Coesfelder Kreuz | NWZ | Planungen UKM
Erweiterung Wissenschaftspark | Wohnen westlich Busso-Peus-Straße

Hier geht es zu den Planungs­­grund­lagen für die Teams (pdf | Stand 09/2019) »

Luftbild Wissensquartier Münster

Teilnehmende Teams

An der Inter­natio­nalen Ideen­werkstatt haben vier Teams aus den Diszi­plinen Stadt­planung, Städte­bau, Architektur und Frei­raum­planung mit einschlägigen Referenz­projekten mitgearbeitet:

COBE Architects Kopenhagen und Berlin
LAND Germany Düsseldorf, Lugano, Mailand, 
in Zusammenarbeit mit
ASTOC Architects and Planners KÖLN
Lorenzen Mayer Architekten Kopenhagen und Berlin
Urban Catalyst Berlin

Grundlegende Ergebnisse
Die vier Teams haben auf einem hohen pla­nerischen Niveau interes­sante Vor­schläge für die Gesamt­entwicklung präsentiert, die trotz indivi­dueller Herangehens­weisen zahlreiche Über­einstim­mungen für den weiteren Weg zu den »Urbanen Wissens­quartieren« zeigen. 

Das sind vor allem folgende Aspekte:

  • die Ent­wicklung eines präg­nanten inneren ›Rückgrats‹ als »Science Boulevard« oder »Rambla«“ (vom Leonardo-Campus über Correns- und Domagk­straße)
  • die Verknüpfung der Altstadt über das Schloss­areal mit dem Coes­felder Kreuz und darüber hinaus
  • die Aufwertung des Schloss­platzes/Schloss­areals
  • die Auf­wertung der radialen Grün­verbindungen
  • die Förderung urbaner Qualitäten durch Misch­nutzungen und lebendige Mittel­punkte
  • die Um­nutzung über­dimensionierter Verkehrs­räume (z.B. Correns­straße)
  • das Auf­zeigen von Potenzialen für studen­tisches Wohnen durch Nach­verdichtungen und Flächen­umnutzungen
  • und die Ent­wicklung innovativer Mobilitäts­konzepte

Hier der Ausblick und die Gesamt­doku­mentation der Ergeb­nisse

Wie geht es weiter mit den Ergeb­nissen?
Die Produkte der Inter­nationalen Ideen­werkstatt fließen schon jetzt in aktuelle Konzep­tionen und Vor­haben ein. Das gilt für Ent­wick­lungen im Bestand wie z.B. den Bau des Forschungs­campus Ost, eines Studien­labors und eines Service­zentrums am Coes­felder Kreuz durch das Universitäts­klinikum, weiterhin den Neubau des Mathe-Campus und die Moder­nisierung des Natur­wissen­schaftlichen Zentrums (NWZ). Sie werden auch in die geplante Auf­wertung des Schloss­platzes/Schloss­areals und das Projekt Musik-Campus eingehen.

Die Ergeb­nisse werden auch für neue Über­legungen zu bisher uner­schlos­senen Flächen genutzt. Das sind aktuell die Ent­wicklung eines urbanen Modell­quartiers für das 21. Jahr­hundert an der Stein­furter Straße (inte­griertes Wohnen und Arbeiten, Forschen und Entwickeln) und benachbart die Er­weiterung des Wissen­schafts­parks in Kombi­nation mit Wohnen westlich der Busso-Peus-Straße.

Darüber hinaus werden die Impulse für eine gemein­same, von allen Partnern getragene Struktur­planung für die zu­künftige Entwick­lung der Wissenschafts­quartiere verwendet. Die Intern­ationale Ideen­werkstatt hat wichtige Grund­lagen für einen »Master­plan Urbane Wissens­quartiere« geliefert, der ver­lässliche Aus­sagen für optimale stadt­strukturelle Ver­knüpfungen und Ver­net­zungen sowie gemein­sam definierte urbane Quali­täten der Wissen­squartiere bietet. Nicht zuletzt werden die Ergeb­nisse auch genutzt, um Münster als »Wissen­schafts­stadt der Zukunft« auf Bundes- und Landes­ebene zu positio­nieren, um ent­sprechende Förder­mittel einzu­werben.