Urbane Wissensquartiere

CorrensLab - Wissensquartier zum Leben

Vom 29. September bis zum 2. Oktober wurde die Correns­straße zum Schau­platz für ein Real­experi­ment zur Um­ge­staltung von Münsters Wissens­quartieren. Mit dem Projekt von Uni, FH und Stadt haben Studier­ende ihre Ide­en für einen lebens­werten und nach­haltigen Stadt­raum vorgestellt und hier­über einen Dialog initi­iert.  

Aus ganz unterschiedlichen Perspek­tiven und Fach­richtungen haben Studier­ende (und Lehr­ende) der beiden Hoch­schulen im Sommer­semester heraus­gearbeitet, wie die Correns­straße mehr Lebens­qualität bieten könnte - und das hoch­schul­über­greifend, inter­disziplinär und ko­operativ. Heraus­gekom­men sind 16 Stati­onen und digitale Ange­bote mit den Schwer­punkten Begeg­nung, Betei­li­gung, Mobi­lität und Öko­logie. Es geht ihnen um nichts weni­ger als die grund­sätzliche Frage nach einer gemein­wohl­orient­ierten Quar­tiers- und Stadt­entwicklung. Darü­ber möch­ten sie mit den Men­schen, die hier leben und arbeit­en, der Stadt­gesell­schaft und Ver­ant­wort­lichen in Aus­tausch kom­men und Impulse geben.

FH Münster
Universität Münster

Das Rahmenprogramm der Correnswoche

Dazu haben sie ein spannendes Veranstaltungs­pro­gramm mit Vor­trägen, Live-Musik, Theater­gruppen und nach­haltigen Speisen und Ge­tränken auf die Beine gestellt.

Die Studierenden prägen den Bereich Corrensstraße. Wir sollten sie und ihre Ideen unbe­dingt bei der Um­ge­staltung des Quar­tiers mit einbeziehen.

Prof. Dr. Petra Teitscheid, FH Münster

Der Aufbau des Projektmarkts

Was hat das mit den MünsterZukünften zu tun?

Die kurze Antwortet lautet: Sehr viel.

Die etwas längere Antwort: Das ausgewählte Münster­Zukünfte-Leit­thema Urbane Wissens­quartiere bewegte die Wissen­schafts­akteur­innen und -akteure, und im Stadt­forum zum Thema wurde schnell klar: Es soll mehr Leben und Auf­enthalts­qualität in Münsters Wissenschafts­quartieren geben. So wie sie einmal gedacht waren - mono­funktional und für den Auto­verkehr opti­miert - , sind sie nicht nach­haltig und zukunfts­fähig. Es braucht einen Trans­forma­tions­prozess. Zur Kon­kreti­sierung wurde eine Internationale Ideenwerkstatt zur Zukunft der Wissenschaftsstadt gestartet. Die teil­nehmen­den Büros identi­fizierten überein­stimmend die breit an­gelegte Corrensstraße als zen­tralen Teil einer wichtigen Verbin­dungs­achse in den Urbanen Wissens­quartieren (eines potenziellen Science Boulevards), der gleich­zeitig viel Gestal­tungs­spielraum bietet. 

Der Arbeitskreis Nachhaltige Stadt­ent­wicklung der Allianz für Wissen­schaft hat diese Erkennt­nisse aufge­griffen und die Idee des Correns­Lab als Real­experiment ent­wickelt - als Gemeinschafts­projekt von WWU, FH und Stadt Münster. Und um­gesetzt basierend auf Ideen der Studie­renden aus den Fächern Öko­tropho­logie, Bau­wesen und Wasser­wirt­schaft (FH Münster), Geo­graphie, Geo­infor­matik und Politik­wissen­schaften (WWU Münster) und hohem Engagement und Ein­satz aller Betei­ligten.

Schon jetzt sind völlig neue Kooperationen zwischen den beiden Hoch­schulen aber auch mit der Stadt entstanden und bestehende Kontakte wurden weiter ausgebaut. Damit ist Münster optimal für die Bewältigung der städtischen Veränderungs­prozesse aufgestellt.

Prof. Dr. Christian Kray & Prof. Dr. Samuel Mössner, WWU Münster

Wo fand das CorrensLab statt?

Auf dem Abschnitt der Corrensstraße zwischen Röntgen­straße und Heisenberg­straße wurden in der Correns­woche auf zwei der vier Fahr­spuren das Correns­Lab eingerichtet.

Die Correns­straße war während der Veranstaltungs­tage in beiden Fahrt­richtungen befahrbar, auch konnten Heisenberg- und Röntgen­straße unein­geschränkt ge­nutzt werden. Für den Bus­verkehr ergaben sich keine Ände­rungen.

Das CorrensLab entsteht auf dem rot markieten Teil der Corrensstraße auf zwei der vier Fahrspuren.

Das CorrensLab entsteht vom 29. September - 2. Oktober auf dem rot markierten Teil der Corrensstraße auf zwei der vier Fahrspuren. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Wichtige Impulse für die Entwicklung der Zukunftsquartiere im Westen der Stadt

Es präsentierten sich hier 16 studentische Projekte wobei das Themenspektrum beeindruckend vielfältig war: Wie gestaltet man Prozesse zur Umgestaltung eines Quartiers? Was sind die „Zutaten“ für ein attraktives Wissensquartier? Gerade zu dieser Frage wurde es ganz konkret: Mit der „Correnslaube“ gab es einen Treffpunkt. Es gab Vorträge zu unterschiedlichsten Themen. Es gab Sport- und Kulturangebote. Es gab unterschiedlichste Verpflegungsmöglichkeiten. Man konnte erfahren, wie Quartiere klimaresilienter geplant und gebaut werden können. Aber man konnte auch Verkehrsmittel nachhaltiger Mobilität – z. B. Lastenfahrräder – ausprobieren.   

Die Resonanz auf das CorrensLab war groß: immer war ein reges Kommen und Gehen. Von Tag zu Tag kamen immer mehr Studierende – aber auch Anwohner/innen – ins CorrensLab. Auch war die Resonanz in Münsters Rathaus groß: Vertreterinnen und Vertreter aus dem Rat und der Bezirksvertretung West besuchten das CorrensLab, auch Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtbaurat Robin Denstorff tauschten sich mit den engagierten Studierenden aus.

Was steckt dahinter?

Die Studierenden von Uni und FH stellen die Hintergründe nachhaltiger Entwicklung dar, vergleichen dies mit der aktuellen Situation an der Corrensstraße und leiten daraus ab, welche Maßnahmen und Projekte im CorrensLab erprobt werden und wie die Corrensstraße der Zukunft aussehen könnte. Das ganze haben die Studierenden in einem selbst produzierten Video festgehalten:

Autorinnen: Emma Buhl & Lisa Süssmuth, Studierende der FH Münster

Wie geht es jetzt weiter? 

Mit dem CorrensLab wurde gezeigt, wie es gelingen kann, Studierende in die Stadtentwicklung einzubeziehen. Das soll insbesondere in den Urbanen Wissensquartieren in Münsters Westen konsequent fortgesetzt werden. Das Interesse daran ist in den Hochschulen sehr groß.

Besuchen Sie das CorrensLab auch virtuell und finden Sie weitere Informationen unter: www.correnslab.de