16.05.2023 In Gremmendorf passiert derzeit viel rund um die Gremmendorfer Meile und das York-Quartier! Allein schon durch den Bau einer Vielzahl neuer Wohnungen, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne und die Umgestaltung der Meile entlang des Albersloher Weges. Eine spannende Entwicklung, bei der es auf die Teilnahme vieler Interessierter ankommt, um Gremmendorf gemeinsam nach vorne zu bringen!
Bei einer Auftaktveranstaltung am 14. Februar können sich alle Interessierten über die verschiedenen Entwicklungen und Projekte im Stadtteil informieren und ihre Fragen stellen. Melden Sie sich hier zur Auftaktveranstaltung an.
Gremmendorfs Zentrum befindet sich mitten in einem großen Wachstums- und Veränderungsprozess. Mit dem neuen York-Quartier erweitert sich der Stadtteil erheblich. Schon jetzt sind etwa 400 neue Bewohnerinnen und Bewohner dazugekommen und es werden stetig mehr. In den nächsten Jahren entstehen nach und nach neue Plätze, zusätzliche Handelsflächen und natürlich weiterer Wohn- und Lebensraum.
Eine solche Separierung würde dem Fuß- und Radverkehr in der Ortsmitte einen Vorrang einräumen und zur einer Verkehrsberuhigung beitragen. Allerdings wären damit auch Nachteile verbunden. Sowohl bei einem Tunnel, als auch einer Brücke sind flächenintensive Rampen erforderlich. Insbesondere bei einer Tunnellösung würde an dessen Auf- und Abgängen eine Zerschneidungswirkung unvermeidbar sein. Genau diese soll mit der Umgestaltung des Stadtteilzentrums aber deutlich abgemildert werden. Auch eine Brücke würde sich gestalterisch negativ auswirken und die Sichtbeziehungen zwischen den beiden Seiten des Albersloher Weges stören. Eine Trennung der Verkehrsarten kann also allein schon aus konzeptionellen und gestalterischen Gründen nicht die richtige Antwort sein. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, soll möglichst kurze Verbindungswege nutzen können, was an diesem Standort am besten durch eine ebenerdige Ausführung gewährleistet werden kann. Abgesehen davon fallen bei solchen Ingenieurwerken erhebliche und oft schwer kalkulierbare Kosten an, die aus Steuermitteln zu finanzieren und in dieser Höhe für diesen Standort nicht zu rechtfertigen wären.
Ja. Die vorangestellte Prüfung hat ergeben, dass im Planbereich eine Reduzierung von heute vier auf zwei bzw. drei Fahrstreifen zur Folge hätte, dass eine verträgliche Abwicklung des Kfz-Verkehrs in dem schon heute stark belasteten Abschnitt nicht mehr möglich wäre. Der Bereich zwischen Gremmendorfer Weg und Wiegandweg ist mit bis zu rund 26.000 Kraftfahrzeugen täglich belastet (Wert aus 2016). Durch die zusätzlichen Verkehre, die durch das York-Quartier und die übrigen geplanten neuen Wohngebiete in Münsters Südosten ausgelöst werden, ist mit einer weiteren Verkehrszunahme zu rechnen.
Sollte der Kfz-Verkehr künftig deutlich abnehmen, könnten die beiden äußeren Fahrstreifen eines Tages in Bussonderstreifen umgewandelt werden. Auch hier zeigt sich die besondere Stärke des Gestaltungskonzepts, flexibel auf sich wandelnde Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h wird aufgrund der Funktion des Albersloher Weges als wichtige Verkehrsachse derzeit als rechtlich nicht umsetzbar bewertet. Die Stadt Münster ist Mitinitiatorin der Tempo-30-Initiative des Deutschen Städtetags. Es ist nicht auszuschließen, dass sich der Rechtsrahmen künftig ändert, sodass in einigen Jahren bei Bedarf neu über eine Ausweisung von Tempo 30 nachgedacht werden könnte.
Die Verkehrsbelastungen, die durch das York-Quartier und die übrigen geplanten Wohngebiete in Münsters Südosten erzeugt werden, können nur abgewickelt werden, weil das Gestaltungskonzept weiterhin vier Fahrspuren vorsieht. Entgegen den ursprünglichen Überlegungen werden die Kfz-Stellplätze auf der Ostseite des Albersloher Weges auch künftig von der Parallelfahrbahn erschlossen. Eine Stellplatzaufstellung unmittelbar am Albersloher Weg hätte sich negativ auf den Verkehrsfluss ausgewirkt. Die zwei zusätzlichen Fußgängerampeln erhöhen die sogenannten Verlustzeiten des Kfz-Verkehrs nur in geringem Maße, da deren Programme gut mit den anderen Lichtsignalanlagen koordiniert werden können.
Die eigens anlässlich der Planung erstellte Verkehrssimulationsstudie hat ergeben, dass sich die Leistungsfähigkeit des Albersloher Weges durch die Anbindung des York-Quartiers zwar weiter verschlechtert, die prognostizierten Verkehrsmengen jedoch noch abgewickelt werden können. Durch Mobilitätskonzepte im York-Quartier, den geplanten Ausbau der Radwege und nicht zuletzt durch die für 2025 angestrebte Reaktivierung der WLE-Bahn werden zudem zusätzliche Verlagerungspotenziale geschaffen.
Das Gestaltungskonzept sieht zwei parallele Stellplatzreihen in Längsaufstellung vor. In erster Linie sind die Interessen der Geschäftstreibenden, Arztpraxen und Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zu wahren. Die Erreichbarkeit muss weiterhin gewährleistet sein, dazu gehört auch das Vorhalten eines ausreichenden Stellplatzangebotes für Kraftfahrzeuge. Gleichwohl wird das Ziel eines lebendigen öffentlichen Raums mit hoher Aufenthaltsqualität erreicht. Der großzügige Boulevard und die Ausweisung der Fahrbahn als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich (max. 10-20 km/h) sorgen erstmals für ein gleichberechtigtes Nebeneinander der verschiedenen Verkehrsarten und laden zum Verweilen und Flanieren ein.
Das Gestaltungskonzept sieht eine deutliche Reduzierung des Parkraumangebotes vor, die durch eine Kurzzeitparkregelung und kompensatorische Stellplatzangebote auf der gegenüberliegenden Seite (York-Quartier) ermöglicht wird. Eine weitergehende Reduktion wird derzeit als nicht tragfähig eingestuft. Gleichwohl sieht das Gestaltungskonzept vor, dass die Stellplatzreihe vor den Geschäften temporär oder dauerhaft in Flächen für Außengastronomie oder Marktstände umgewandelt werden kann. Die innovative Multifunktionalität wird durch eine einheitliche Pflasterung in höhengleicher Ausführung vom Start weg ermöglicht.
Außerhalb der Geschäftszeiten werden die Kfz-Stellplätze nicht durch Parkzeitbegrenzung reglementiert, sodass den Anwohnenden weiterhin, wenn auch eingeschränkt, öffentlicher Parkraum zur Verfügung steht. Grundsätzlich besteht jedoch kein Anspruch, den öffentlichen Raum als Abstellfläche für private Fahrzeuge zu nutzen. Es könnte auch in Betracht gezogen werden, Parkraum auf dem eigenen Grundstück einzurichten (sofern möglich) oder einen Stellplatz in der näheren Umgebung zu mieten bzw. zu erwerben.
Der heutige Baumbestand und somit der Charakter des Albersloher Weges bleibt größtenteils erhalten. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass sich der Straßenquerschnitt nicht wesentlich ändert. Zur Umsetzung des Konzeptes und zur Erschließung des neuen Quartiers entfallen rund 35 Bäume. Darüber hinaus werden durch notwendige, nicht im Zusammenhang mit dem Gestaltungskonzept stehende Kanalbauarbeiten voraussichtlich weitere Bäume entfallen. Demgegenüber sieht das Konzept rund 200 Neupflanzungen vor. So sollen zum Beispiel in den Angern, Platzbereichen oder entlang der Promenade Ergänzungspflanzungen vorgenommen werden. Bei der Auswahl der Bäume sollen resistente und stadtklimaverträgliche Baumarten wie z.B. Trompetenbäume, Haseln, Hybrid-Ulmen und Ahorne berücksichtigt werden.
Derzeit (Stand Februar 2023) werden vor allem verkehrstechnische Aspekte mit den beteiligten Fachämtern abgestimmt. Die Ergebnisse dieser Phase fließen in die anstehende Überarbeitung des Gestaltungskonzepts ein. Nach entsprechender Aufbereitung wird hieraus eine Beschlussvorlage erstellt, die den zuständigen politischen Gremien – der Bezirksvertretung Südost und dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Städtebau (ASS) – im Sommer 2023 vorgelegt werden soll. Daran schließt sich die weitere Entwurfs- und Ausführungsplanung sowie die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen an. Verläuft alles nach Plan, könnten die Baumaßnahmen voraussichtlich 2025 beginnen. Die Bauzeit wird mit drei Jahren angesetzt, sodass die Umgestaltungsmaßnahmen im günstigsten Fall im Laufe des Jahres 2028 abgeschlossen sein könnten.
Eine Kostenschätzung wird vorgenommen, sobald das Gestaltungskonzept überarbeitet wurde.
Diese Form der Grundstücksvergabe bedeutet, dass die ausgeschriebenen Baufelder nicht einfach nach dem höchsten finanziellen Angebot vergeben werden, sondern die Konzepte der Bewerberinnen und Bewerber den Ausschlag geben.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://yorkquartier.de/konzeptvergaben
Die Stadt Münster möchte die Eigentümerinnen und Eigentümer und Mieterinnen und Mieter im Stadtteilzentrum bestmöglich unterstützen. Dank der erfolgreichen Bewerbung im "Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren" stehen Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von 89.000 Euro zur Verfügung. Sie werden eingesetzt, um einen nachhaltigen und professionell geführten Umstrukturierungsprozess anzustoßen. Die Stadt Münster bietet Ihnen fortlaufend Gesprächs- und Beratungsangebote an. Hierzu kommen künftig weitere Aktionen, die u.a. zu einer besseren Vernetzung zwischen den Akteuren beitragen und private Investitionen unterstützen soll.
Ihr Kontakt zum Team des Zentrenmanagements Gremmendorf für Fragen, Ideen oder Hinweise:

